Tobias Maximilian Schnell
WER KUNST BESITZEN WILL
Alles
nur
geliehen
Installation 2010 - Holzbank, Klebebuchstaben, Stecknadeln - B*H*T 160*160*250 - Villa Claudia Feldkirch [A]
Die zweiteilige Arbeit WER KUNST BESITZEN WILL beschäftigt sich vordergründig mit dem Sitzen. Eine Bank kann man als Sitzobjekt verwenden. Aber es leuchtet nicht ein, was diese Arbeit mit dem Ausstellungsthema „overdressed“ gemeinsam haben könnte. Doch die Arbeit wurde speziell für diese Ausstellung konzipiert. Kleidung hat für den Menschen seit jeher eine Schutzfunktion. Was einst der Ersatz oder die Ergänzung zum dichten Fellpelz war, wurde später um Decken erweitert und dann zu Zelten, Hütten und Häusern verluxust. Diese zweite oder dritte Haut ist gleichzeitig aber auch ein Schutz- oder Distanzschild gegenüber den sozio-kulturellen Einflüssen der umgebenden Welt. Den Künstler im Speziellen umgibt ein Raum, in den er integriert ist, ohne dies speziell zu wollen. Ein Marktszenarium. Damit ein Markt funktioniert, muss aber Ware umgeschlagen werden. Werte werden ermittelt, gehandelt. Ob dies aber der Kunst genauso zu passen gedenkt, bleibt außen vor. Kunst will vom Publikum besessen werden. Aber was besitzt man, was kann man besitzen, das nicht immer im Besitz des Künstlers verbleibt … Der erste Halbsatz WER KUNST BESITZEN WILL - innerhalb neun Monaten auf die Bank transferiert - wird ergänzt durch den verorteten Wandtext BRAUCHT GAR NICHT AUFZUSTEHN. Es entsteht ein Satz, der auf zwei Arten gelesen, verstanden werden kann. Aber Achtung, die spitzen Nadeln verdienen sich ihren Platz.