| Beitrag zur
Ausstellung "1150 - Fridingen zeigt aktuelle Kunst"
Fridingen ist kein Einzelfall. Oft werden Worte neu erfunden
um bereits Bestehendes zu beschreiben. Bestehende Worte werden
abgekürzt, abgewandelt oder aus anderen Bereichen auf
neue Objekte übertragen. Wenn diese Art der Wortfindung
auf Menschen angewandt wird, ent-stehen Namen, oft Spitz-
(in Fridingen dann Über-) Namen. Diese werden gepflegt
und gehütet wie der eigene Augapfel. Die Namen begleiten
den Benannten / die Benannte meist das ganze Leben, von klein
auf bis ins Erwachsenenalter.
Der Titel dieser ausnahmsweise autobiografischen Arbeit ist
eine Codierung eines solchen Namens, der in Fridingen entstand
und mich persönlich lange Zeit begleitete. Da sich aber
meine Wege über Landesgrenzen hinausentwickelten, verlor
auch dieser Name mehr und mehr seine Existenzberechtigung.
Der Name, der wie in Stein gemeißelt schien, wurde mit
der Zeit aus meinem Leben verdrängt. So liegen die fünf
Buchstaben zwar hart wie Stein - aber gebrochen durch die
Umwelteinflüsse - am Boden der Zeit. Allein der letzte
der fünf Buchstaben überlebt unzerstört. Er
darf weiterleben, wird vielleicht einmal später durch
ein M und ein S ergänzt. Sofern er nicht auch Opfer eines
Hammers werden wird.
|