Tobias Maximilian Schnell
RAUMPLANUNG
mein Platz
dein Platz
kein Platz
Objekt 2011 - Farbstift auf 1150 recyclierten Toilettenpapierblättern - B*H 154*184
Beitrag zur Ausstellung "1150 - Fridingen zeigt aktuelle Kunst"

Es gibt ja Online-Medien, bei denen Menschen beschäftigt sind, die bestimmte Mitteilungen mit Bildern versehen. Wenn nun einem solchen Mitarbeiter das Wort Raumplanung unterkommt, dann kann es sein - wie selbst gesehen - dass ein Ausschnitt eines Wohnungsgrundrisses samt Bad und WC zu sehen ist. Aha. Das ist aber keine Raumplanung und deswegen bezieht sich dieses Werk auch nicht darauf. Wobei, irgendwie schon.
Raumplanung ist ein Begriff, der beschreibt, wie die großmaßstäblichen Wohnbereiche, Gewerbenutzungen, Straßen etc. organisiert werden. Also grob gesagt alles, was außerhalb der Häuser passiert. Die Maßstäbe sind entsprechend groß und eher vier- bis sechsstellig.
Wir verschmutzen unsere Umwelt tagtäglich. Substanziell und visuell. Deswegen muss sich jeder fragen, wie vertikal eine Gesellschaft wohnen kann, damit sie noch funktioniert, Grünräume freilässt, ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz besitzt und nicht jede Mama mit dem Auto zum Kindergarten fahren muss.
Die durchnummerierten Toilettenpapier-Unikate stehen für Wohneinheiten und den Umgang unserer Gesellschaft mit unseren Ressourcen. Man kann über Kunst diskutieren, man kann sich fragen, welchen Sinn sie hat, deswegen biete ich diese Arbeit zur Mitnahme an: Fast alle der 1150 Teile können mitgenommen werden, aber nur, wenn sie ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden.