Tobias Maximilian Schnell
KRANBAHN
Wettbewerbsbeitrag 2009
Das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz [A] wird von 2010 bis 2012 saniert bzw. erweitert. Ein künstlerischer Wettbewerb wurde ausgeschrieben um die Bauphase zu visualisieren und das Gebäude als Hort von Kultur im Auge zu behalten. Der Wettbewerb 2009 stiess auf grosses Interesse, leider hat sich die Jury nicht für dieses Konzept entschieden. Den Siegern möchte ich an dieser Stelle gratulieren und erwarte die Arbeiten mit Spannung.
Eine Großbaustelle wie die des Neuen Vorarlberger Landesmuseums wird überragt durch ein Ungetüm aus Stahl. Ein Kran - oder sogar mehrere - hebt schwere Lasten und bildet gleichzeitig eine Art "Landmark" für das Bauvorhaben. Er strahlt durch seine Dimension über die Baustelle hinaus und ist sichtbares und leicht erkennbares Zeichen für einen Berg an Arbeit. Wenn die Arbeiter sich in ihren wohlverdienten Feierabend verabschieden hat auch der Kran seine Arbeit getan. Könnte man meinen. Er steht aber immer noch und strahlt. Die Leuchtreklamen brennen, Sicherheitsbeleuchtungen in der Höhe markieren seine Größe. Der Kran wird freigegeben. Er muss sich dem Wind ergeben und dreht sich über den Dächern von Bregenz. Er greift also direkt in den urbanen Raum ein. Hier setzt das Konzept an. Dieses Ausstrahlen des Krans ist Symbol für das Ausstrahlen der Baustelle und des späteren Landesmuseums. Spuren entstehen in der Stadt. Das eingehüllt versteckte Gebäude steht somit in einem neuen Fokus. Die Umlaufbahn des Krans wird auf dem Boden nachgezeichnet, eine gelbe Farbmarkierung wie bei Straß enbaustellen üblich wird.